Preisträger des Professor-Adalbert-Seifriz-Preis für Technologie-Transfer im Handwerk 2005

 


Foto: handwerk magazin/Schlag                                                                                                                       

Bildunterschrift: Jens Wensing Ewald Damer, Heinrich Arnskötter, Günther Wensing und Professor Roland Günther (von links).

 

Lagerhaltung revolutioniert

Als Heinrich Arnskötter einen Vortrag über ein innovatives, noch nicht realisiertes Lagersystem hörte, bot er dem Redner seine Dienste an. Tatsächlich wollte Professor Roland Günther von der Fachhochschule Münster einen Prototyp seiner Erfindung „Top Lagersystem“ bauen. „Das Konzept überzeugte mich, weil auch ich in meinem Betrieb mit der wirtschaftlichen Lagerung von langen Stangen und anderen sperrigen Gegenständen zu kämpfen hatte“, erinnert sich der Inhaber der Arnskötter GmbH im westfälischen Greven, die einen Jahresumsatz von drei Millionen Euro erwirtschaftet, an den Beginn des Projekts.
Fördertechnik-Experte Günther und Maschinenbaumeister Arnskötter haben ein Platz sparendes, mobiles Lagersystem realisiert. Es besteht aus Flächen, die mit Laufrollen vorwärts- und rückwärts bewegt werden können. Auf diesen Traversen genannten Flächen sind Ladewannen angebracht. Mit einem Laufkran, der an der Decke oder auf einem Gerüst montiert ist, lässt sich die gewünschte Ladeeinheit holen. Vertikale Fahrbewegungen auf den Laufrollen sorgen dafür, dass die Ladeeinheiten von oben zugänglich sind.
Für Professor Günther bietet das „Top Lagersystem“ viele Vorteile: „So lassen sich Fässer, Behälter und andere nicht stapelbare Gegenstände einlagern.“ Außerdem würden Platz, Zeit und Kosten gespart. Im Gegensatz zu herkömmlichen Regalsystemen sind keine Zwischengänge erforderlich und teure Flurförderfahrzeuge überflüssig. Per Kran können Lkws binnen weniger Minuten beladen werden.
Da Heinrich Arnskötter ohnehin eine neue Produktionshalle bauen wollte, gab es genug Platz für den Prototypen. Außerdem wurden weitere Partner ins Boot geholt. „Als klassische Feinmechanikhandwerker konnten wir nicht alle Komponenten fertigen“, so Arnskötter. Beim Elektrofachbetrieb Waesta Anlagenelektronik GmbH in Stadtlohn entwickelten Ewald Damer und Hermann Ewering Schaltanlagen und CNC-Lösungen für die Steuerung von Ladekran und -einheiten. Bei der Günther Wensing GmbH in Stadtlohn stellte Maschinenbauer Günther Wensing unter anderem die Traversen her. Von Arnskötter kamen Regalsystem und Ladewannen. „Wir haben die Antriebskomponenten für einen reibungslosen Transport auf Laufrollen mehrfach überarbeitet und Statik sowie Stabilität in vielen Versuchen getestet“, blickt Heinrich Arnskötter zurück. Das hat sich gelohnt: Die 6,3 Meter langen Wannen aus Stahlblech können fast jedes gängige Ladegut mit bis zu 2,5 Tonnen Ladegewicht aufnehmen.

Mittlerweile wurde das „Top Lagersystem“ durch ein Patent geschützt. Dieses Jahr sollen drei Anlagen verkauft werden. Dann sind die Entwicklungskosten von 325.000 Euro schon refinanziert.

Quelle: Handwerker Magazin  

                          

 

                        

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